Lyrical 169

Seit dreißig Jahren lastet Stille wie ein Stein, dein Herz verborgen, Eis so kalt und rein. Mit sanftem Blick zeigst du mir den dunklen Pfad, tauchst mich in Einsamkeit, die leise an mir nagt. So kam mein Herz zu dir und ruhte auf deiner Brust, deine Sehnsucht...

Lyrical 168

Du ruhst in Stille, fern und sacht, wo Nebel weben, wo niemand wacht. Doch Spiegel rufen, leise, klar, ihr Klang erreicht dich, wunderbar. Und plötzlich treffen sich die Blicke, wie Sterne sich in Nacht entzücke. Du siehst mich — und ich seh’ dich gern, ein...

Lyrical 167

Wie überraschend berührten wir uns, unverhofft, gleich Wind und Dunst. Vielleicht nicht begehrt, und doch, so sacht, ward Atem zu Atem, ward Nacht zu Nacht. Dein Auge im meinen, ein Spiegel so tief, darin sich die Seele des andern verfiel. Vertraut und doch fremd, wie...

Lyrical 166

Mein Herz kommt zu dir in dieser dunklen Nacht, wo Schatten träumen und der Mond erwacht. Es legt sich leise dir auf die Brust, getragen vom Wind, von uralter Lust. Wie soll ich meinen Wunsch nur halten, wenn Sterne längst für uns erkalten. Wenn Zeit und Raum in...

Lyrical 165

Dort, just da, da ich mich mit der Einsamkeit verband, da legte ich sanft meine Lippen auf deine Hand. Ein Schauer zog so still und Mark und Sinn, gleich einer Sehnsucht, die aus Ewigkeit ich bin. Das Morgenrot es glüeht heiss in brünstiger Pracht, und scheuet doch...

Lyrical 164

Unsere Augen spiegeln sich, ein leiser Schmerz so klar, so schlicht, und damit erkenn ich meine Einsamkeit, die tief im Glanz der Dämmerung bleibt. Die Welt verblasst wird grau, wird sacht, der Mond erwacht aus seiner Nacht, er sieht uns an so mild, so weit und trägt...